Nele konnte nicht wirklich viel als ich sie kennen gelernt habe. Sie kannte das Halfter, benahm sich nich beim Führen bzw. riss sich bei Spaziergängen los. Sie kannte Putzzeug und das Hufe auskratzen, hampelte aber elendig herum und riss die Beine ständig weg. Das war der Ausbildungsstand im März 2006 als J. und ich begannen uns um sie zu kümmern - dabei war sie schon 3 1/2 Jahre alt.

Zunächst haben wir ihr zusammen einige Dinge beigebracht:
  • am Anbinder hampelt man nicht wie blöde hin und her
  • mit anderen Pferden Spazieren gehen
  • sich mit einfacher Longe und Doppellonge longieren lassen
  • Sattel und Trense (bzw. Sidepull) akzeptieren
  • einen Reiter auf dem Rücken akzeptieren und sich mit ihm im Schritt und Trab führen und longieren lassen

    Die Sache mit dem Reiten gestaltete sich aus meiner Sicht allerdings recht zäh. Sobald Nele alleine mit Reiter laufen sollte wirkte sie sehr hilflos und verstand nicht recht was sie machen sollte.



    Nachdem ich krank wurde und J. ein zweites Pferd kaufte schlief Neles Ausbildung über den Winter 2006/2007 erst einmal ein. Erst im Februar 2007 machte ich mich (diesmal alleine) wieder ans Werk. In der Pausenzeit hatte ich mir einige Gedanken zum Thema reiten und Pferde gemacht und war zu neuen Einsichten und einer neuen Einstellung gelangt. Ich fing mit Neles Ausbildung noch einmal ganz von vorne an und liess mir viel Zeit. Ausserdem versucht ich die Schritte für Nele sinnvoll aufzubauen. So begann ich vor dem erneuten Reiten zum Beispiel mit dem "Fahren am Boden" um ihr die Zügelhilfen näher zu bringen. Nele lernte erstaunlich gut und schnell und bei meinem zweiten ersten Reitversuch im Mai 2007 verstand sich mich sofort und arbeitete willig mit. Nach den ersten einfachen Bahnfiguren im Schritt und Trab die noch recht viel von dem Gebrauch der Zügel geprägt waren, begann ich Unterricht bei Rebecca zu nehmen. Sie zeigte mir einen Weg, wie ich Nele am langen (durchhängendem) Zügel reiten kann und die Hilfen verfeinerten sich nach und nach.
    Heute ist Nele (fast immer) ganz ohne den Einsatz von Zügeln zu reiten - egal ob man aus dem Trab anhalten, Rückwärts richten oder eine enge Volte reiten möchte.
    Nele lernte auf dem Heidehof:
  • allerlei schreckliche Dinge kennen die klappern und flattern - an ihr dran, unter und über ihr
  • beim Schmied wird nicht gestiegen
  • der Mensch gibt den Ton an
  • ausgebundenes longieren
  • Arbeit im Roundpen und Reaktion auf Körpersignale
  • Arbeit mit Stangen und Pylonen
  • Freispringen bis 1 Meter
  • Fahren am Boden (inkl. Hindernisse)
  • sich auf dem Platz reiten lassen (inkl. Hindernisse)
  • erste Ausritte gemeinsam mit anderen Pferden.

    Hier möchte ich einmal Tanja einen GROSSEN DANK aussprechen! Sie hat mich sehr in meiner "neuen" Sichtweise gegenüber dem Tier Pferd und der Reiterei geprägt und hat (und tut es auch immer noch) mir in wirklich tollen Gesprächen immer wieder unter die Arme gegriffen und mich zu neuen Ideen gebracht.



    Hier hat sie einen neuen, für sie und mich angefertigten Sattel bekommen. Ausserdem hat sie noch folgendes gelernt:
  • wirklich ruhig genau da stehen bleiben wo man sie hingestellt hat
  • "Guten Tag" und "Bonjour" sagen
  • sich trauen alleine mit mir Spazieren zu gehen und dabei ganz gelassen zu sein
  • sich dualaktivieren lassen
  • erste Schritte des Fussball spielens



    Bisher haben wir hier erfolgreich gelernt und geübt:
  • längere Spaziergänge alleine
  • Ausritte bis 1 Stunde alleine
  • auswärts übernachten
  • den Halsriemen zu akzeptieren
  • über Autobahnbrücken gehen
  • wieder ohne Sedierung im Hänger fahren können (auch mit fremden Pferden)
  • mit fremden Pferden 3 Tage unterwegs zu sein
  • eine Fuhrt zu durchqueren
  • den Tag an einem fremden Stall zu verbringen, seelenruhig zu bleiben und sich auf die im Kurs gestellten Aufgaben konzentrieren können
  • erste, kleine Sprünge (inkl. eines kleinen Parcours)
  • An der Hand: einiges an Seitengedöns im Schritt, Schulterherein im Trab, Kruppeherein (den Beginn)
  • Unterm Sattel: Schulterherein, VHW, HHW, ...



  • vom v/a in die Aufrichtung
  • den Arsch richtig zu benutzen